Webcam

Die Fuji X als Webcam

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Mit einer neuen Software kann man ab sofort zahlreiche X-Kameras direkt über USB als Webcam zu verwenden – jedoch leider nur mit Windows. 

Aufgrund der Corona-Krise sind HDMI-Signalwandler wie das beliebte Camlink von Corsair/Elgato heiß begehrten Mangelware – schließlich kann man mit solchen Geräten das HDMI-Ausgangssignal einer Kamera in den USB-Port eines Rechners einzuspeisen und die Kamera somit als Webcam somit unter anderem für Videokonferenzen einsetzen.

Nach Canon hat auch Fujifilm dieses Problem erkannt und bietet als Überbrückung eine Software-Lösung an, die das Videosignal aus der Kamera direkt – also ohne Umweg über einen Hardware-Wandler – in einen PC einspeist. Unter diesem Link kann man die kostenlose Software FUJIFILM X Webcam seit heute herunterladen. Das kleine Programm benötigt Windows 10 und operiert mit XGA-Auflösung, was für den Einsatzzweck als Webcam jedoch in der Regel ausreicht.

Hinter der eher geringen Auflösung verbirgt sich auch der Mechanismus der Funktion: Die Software greift über USB das nicht sehr hoch auflösende Live-View-Signal der Kamera ab, das eigentlich für das Tethering mit Programmen wie Capture One Pro, Adobe Lightroom oder Fujifilm X Acquire gedacht ist. Folglich ist die Kompatibilität der Lösung auf solche X-Kamera-Modelle beschränkt, die Tethering unterstützen. Derzeit sind das neben den drei GFX-Modellen die X-H1, X-T2, X-T3, X-T4, X-Pro2 und X-Pro3. Die Anfang 2014 erschienene X-T1 kann zwar ebenfalls Tethering, wird von der Webcam-Software aufgrund einer abweichenden Live-View-Spezifikation jedoch nicht unterstützt.

Nach der Installation der Software muss man die Kamera über USB mit dem Rechner verbinden, wofür ein Kabel der USB-Kategorie 3 mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 5 Mbit/s empfohlen wird. Grundsätzlich funktionieren aber auch Verbindungen mit USB 2.0 – die X-Pro2 kann ohnehin nichts anderes. Bei der Videoübertragung kann es in diesem Fall jedoch zu kleinen Verzögerungen kommen. Fujifilm hat als Hilfestellung für die Installation und Einrichtung ein Video in englischer Sprache aufgenommen und auf YouTube bereitgestellt.

FUJIFILM X Webcam ist keine eigenständige Webcam- oder gar Videokonferenz-Software, sondern läuft unsichtbar im Hintergrund. Das Programm stellt lediglich das Live-View-Videosignal der angeschlossenen X-Kameras über USB bereit – dieses Signal kann dann über das Windows-Betriebssystem von einschlägiger Meeting-Software wie Zoom abgegriffen werden. Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie man in Zoom zusätzlich zu etablierten Videoquellen wie der eingebauten Laptop-Kamera und einem angeschlossenen Camlink nun auch die FUJIFILM X Webcam als Videoeingang auswählen kann. Den Rest des Beitrags lesen »